Sonntag, 10. Juli 05
Ja, auch am Sonntag
Da der Lernplan keine Wochentage kennt, kann heute auch keine Milde walten. Weil die Zeit zu knapp ist, alle als studienrelevant eingestuften Autthoren zu behandeln, haben wir uns auf die fünf Markantesten festgelegt. Von der griechischen Philosophie bis zu unserem heutigen Kandidaten ist es ein großer Sprung, um genau zu sein einer von 1900 Jahren. Aristoteles starb 322 v. Chr., unser heutiger Gegenstand ist

Thomas Hobbes (1588 – 1679)

War mit Descartes, Mersenne und Galilei befreundet, erteilte Mathematikunterricht. Sein großes Vorbild war Galilei, er lehnte die Spekulation ab und definierte Philosophie nüchtern als Erkenntnis der Wirkungen aus den Ursachen und der Ursachen aus den beobachteten Wirkungen. Der Zweck der Philosophie war für ihn, die Wirkungen vorherzusehen und für das menschliche Leben nutzbar zu machen.

Hobbes ist angenehm im Orginaltext, er führt den Leser, mathematisch, aufzählend, dekliniert seine Argumente durch.


O-Text:
„wenn die Menschen einander von Natur, d.h. bloß weil sie Menschen sind, liebten, wäre es unerklärlich, weshalb nicht jeder einen jeden in gleichem Maße liebte, da sie ja alle in gleichem Maße Menschen sind; (…) der Mensch such also von natur keine Gesellschaft um der Gesellschaft willen, sondern um von ihr Ehre und Vorteil zu erlangen. Dies begehrt er zuerst, das andere nur an zweiter Stelle.“

"Den Willen zu schaden haben im Naturzustand alle Menschen. Bei diesem entsteht er aus eitler Ehrsucht und Überschätzung seiner Kraft; bei jenem aus der Notwendigkeit, seinen Besitz und seine Freiheit gegen den anderen zu verteidigen."

"Am häufigsten wollen die Menschen einander verletzen, weil viele denselben Gegenstand zugleich begehren, der sehr oft weder gemeinsam genossen noch geteilt werden kann. Deshalb muss der Stärkste ihn haben; und wer der Stärkste ist, das muss mit dem Schwerte entschieden werden.“



Da der Mensch von Natur aus böse ist, kann der Staatsvertrag kein Gesellschaftsvertrag, sondern muss ein Herrschafts- und Unterwerfungsvertrag sein. Der Staatswille muss allmächtig sein und über dem Gesetz stehen.

Religion und Aberglaube (auch Ketzerei) unterscheiden sich nur darin, dass die erstere vom Staat anerkannter ist und letzterer nicht anerkannter Glaube ist.

Es gibt also nur die Wahl zwischen zwei Übeln: dem anarchischen Urzustand und völliger Unterwerfung unter eine staatliche Ordnung.
Ordnungswert im Zeichen des Friedens relativiert alle anderen Werte.

Jah.
Unsortiert.
Wird schonnoch.

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